eSports – der sportliche Wettkampf zwischen Mensch und Computer

Hinter der Bezeichnung eSports verbirgt sich eine völlig neue und moderne Wettkampfform, bei der sich jedoch keinesfalls nur Menschen messen. Hierbei handelt es sich um sportliche Wettkämpfe, die zwischen Menschen und Computern ausgetragen werden. Dabei bedient sich der Mensch sogenannte Computerspiele. Interessant ist, das eSports nicht nur jüngeres Publikum in den Bann zieht, sondern immer häufiger auch ältere Spieler.

Wie läuft eSports eigentlich ab?

Meistens wird der Wettkampf im Mehrspielermodus eines Computer-Spiels abgehalten. Dabei müssen alle Spieler zum Teil das Reglement des Veranstalters beachten. eSports-Spiele gibt es sowohl auf Personal Computern als auch auf Spielekonsolen. Die Spieler werden auch als eSportler bezeichnet. In jedem Computerspiel kann es verschiedene Disziplinen geben. Dabei kommen Spiele als Individualsport oder als Mannschaftssport in Betracht.

In erster Linie müssen die Spieler das Wettkampfspiel sehr gut beherrschen. Hier gibt es eine starke Konkurrenz, sodass kleinste Fehler schon das Ausscheiden bedeuten. Jeder Spieler benötigt daher motorische und geistige Fähigkeiten. Zur Motorik gehören eine gute Hand-Augen-Koordination sowie eine schnelle Reaktionsfähigkeit. Jeder Spieler muss über ein räumliches Orientierungsvermögen und eine Spielübersicht verfügen. Vielfach durchstreifen die Spieler riesige virtuelle Welten, um dort im Kampf zu überleben. Ein vorausschauendes Denken gehört zu den geistigen Fähigkeiten, die unbedingt erforderlich sind.

eSports werden weltweit gespielt. Jedoch nur in den Ländern China, Frankreich, USA und Brasilien wird eSports von den Sportverbänden als eigenständige Sportart anerkannt. Leider ist dies in Deutschland bislang noch nicht der Fall. Unabhängig davon finden sich in vielen heimischen Sportvereinen auch Teams von sogenannten eSports-Abteilungen.

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Wie sahen die Ursprünge aus?

Schon in den 50er Jahren wurden die ersten Computerspiele entwickelt. Hier wurden Tic-Tac-Toe, das Nim-Spiel, Schach oder Dame für Computer entwickelt. Eines der ersten Mehrspielergames war das 1958 von William Higinbotham entwickelte Tennis for Two. eSports hat schon immer einen engen Bezug zu den ersten Computer- und Videospielen gehabt, auch wenn diese natürlich grafisch nicht mit den heutigen Blockbustern zu vergleichen sind.

Anfang der 70er Jahre wurde das Videospiel Pong veröffentlicht. Es basierte auf das Tennis for Two, wo zwei Spieler erstmals gegeneinander mithilfe eines Computers antreten konnten. 1972 wurde an der Stanford University zugleich das Weltraumkampfspiel Spacewar! Entwickelt. Erstmals wurde hiermit die Intergalactic Spacewar Olympics ausgetragen. Bei diesem Wettkampf konnte der Gewinner ein Abonnement der Zeitschrift Rolling Stone erhalten. Besonders nützlich war die Programmierung der Highscore-Tabellen. Ende der 70er Jahren konnten erstmals die Spielstände der letzten Gewinner über längere Zeit gespeichert werden.

In den 80er Jahren begann die Zeit der Homecomputer. Atari brachte das Spiel Space-Invaders heraus und veranstaltete über drei Monate einen Wettkampf, an dem rund 10.000 Mitspieler teilnahmen. Bahnbrechend war das 1988 vorgestellte Videospiel Netrek. Erstmals konnten Mannschaften über das Internet gegeneinander spielen. Anfang der 90er veranstaltete der Spielekonsolenhersteller Nintendo eine Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten. Es folgten viele Meisterschaften der damaligen Konsolenhersteller. Im Jahr 1990 tauchte erstmals der Betriff eSports auf. Es deutet auf einen elektronischen Sport hin.

Esports Space Invaders

Von der LAN-Party zum Online-Game

In den 90er Jahren waren LAN-Partys sehr beliebt. Es gab zwar schon Internet, jedoch war die Geschwindigkeit noch verhältnismäßig langsam. Dennoch sanken so langsam die Hardwarepreise, sodass viele Jugendliche sich leistungsfähige Netzwerkkomponenten zulegen konnten. In großen Hallen trafen sich mehrere hundert bis tausend Spieler mit ihren mitgebrachten Rechnern und verbanden diese zu einem riesigen Netzwerk. Auf diesen LAN-Partys wurden die ersten richtigen eSports-Events ausgetragen.

Nachdem Internet billiger und schneller geworden war, lösten sich die LAN-Partys zunehmend auf. Erstmals waren globale Wettkämpfe, auch länderübergreifend, möglich. Es wurden zahlreiche eSportvereinigungen gegründet. Zu den größten Ligen entwickelten sich die aus der Deutschen Clanliga hervorgegangene Electronic Sports League und die ClanBase. Diese wurden 1997/98 gegründet und gehören zu den größten europäischen eSport-Ligen.

Mit Clan wird übrigens eine eSports-Mannschaft bezeichnet. Hierzulande gehören die Clans Ocrana, SK Gaming, Pod Virtual Gaming und StarComa zu den bekanntesten und erfolgreichsten. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass Ende der 90er Jahre sogenannte Ego-Shooter auf dem Vormarsch waren. Seinerzeit gehörten zu den bekanntesten eSportspielen die Shooter-Games Doom und Quake.

Sehr weit fortgeschritten war das technikbegeisterte Südkorea. Dort war der Breitband-Internetanschluss nahezu überall verfügbar. Insoweit war die Grundlage für eine optimale, netzbasierte eSports-Umgebung gegeben. 1998 entwickelte das Team von Blizzard Entertainment das bis heute beliebte Echtzeit-Strategiespiel StarCraft. Dieses Spiel erlangte international großen Zulauf. Ebenfalls zu den bekanntesten eSports-Titeln gehört das Taktik-Shooter-Game Counter-Strike.

eSports und seine Wettkämpfe
Im Jahr 2000 wurde im südkoreanischen Seoul die erste World Cyber Games ausgetragen. Schon drei Jahre später wurde im französischen Poitiers der Electronics Sports World Cup ausgetragen. Seit dieser Zeit werden nun jährlich zahlreiche eSports-Wettbewerbe angeboten, auf denen die Gewinner mitunter sehr hohe Geldpreise gewinnen können. Während bisher lediglich PC-Games an den Start gegangen waren, war 2003 erstmals mit dem Spiel Halo ein Konsolenspiel auf einer Weltmeisterschaft vertreten. Möglich machte dies die von Microsoft angebotene Xbox Live, welche ausgiebig das Internet nutzen konnte.

Der größte eSports-Wettkampf wurde 2005 mit der CPL World Tour in zehn internationalen Großstädten sowie einem Finale in New York abgehalten. Dem Gewinner winkten immerhin eine Millionen US-Dollar. Im Jahr 2007 fand die Championship Gaming Series statt, bei der neben einem Preisgeld von einer Millionen US-Dollar insgesamt Spielergehälter von 5 Millionen US-Dollar gezahlt wurden. Seit 2013 ist eSports unter anderem mit seinem Blockbuster League of Legends weltweit vertreten.

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Was wird für eSports benötigt?

Grundvoraussetzung ist ein leistungsstarker Gamer-PC oder eine moderne Spielekonsole. Neben einem leistungsstarken Hauptprozessor und viel Hauptspeicher muss auch eine überaus schnelle Grafikkarte mit hoher Auflösung zur Verfügung stehen. Darüber hinaus darf natürlich ein schneller Internetanschluss nicht fehlen. Profi-Gamer setzen nicht auf WLAN, sondern schließen ihren PC immer über ein LAN-Kabel mit einem Internet-Router an. Für Gamer gibt es spezielle Tastaturen und Mäuse. Damit lassen sich noch schnellere Reaktionszeiten erreichen. Natürlich können die meisten eSports Titel auch mit schwächerer Ausstattung gespielt werden, jedoch stehen in diesem Fall die Gewinnchancen schlechter aus.

Neben der technischen Ausstattung sollten Einsteiger zunächst Ihr Spiel beherrschen lernen. In sogenannten eSports-Bootcamps können sich Gleichgesinnte zusammenschließen und in aller Ruhe üben. Nach und nach werden die Fähigkeiten und Reaktionszeiten verbessert, sodass es an der Zeit ist, sich für richtige Mannschaftsspiele anzumelden. Zu beachten ist, dass nicht in jeder Mannschaft jeder Spieler sofort angenommen wird. Schließlich hängt der Erfolg der Mannschaft auch von den Fähigkeiten jedes Einzelnen ab.

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